Die Journalistin und Sachbuchautorin Diane Hielscher erklärt im Medicom-Podcastinterview, warum Glück kein Zufall ist, wie das Älterwerden zur Chance für neue Lebensqualität wird – und welche Rolle dabei gute Beziehungen, Vitalstoffe und Selbstwirksamkeit spielen.
🎧 Das erwartet Sie in diesem Experteninterview:
- Glück haben versus glücklich sein
Warum Glück nicht dasselbe ist wie Zufall – und weshalb „glücklich sein“ eine Fähigkeit ist, die wir trainieren können. (Minute 1:30 – 3:05) - Tiefen gehören zu einem glücklichen Leben dazu
Krisen, Trauer und ein erfülltes Leben (3:06 – 4:48) - Das Bild vom Älterwerden
Was uns gesellschaftlich im Weg steht (4:49 – 8:27) - U-Kurve der Zufriedenheit
Ein wissenschaftliches Modell zur Zufriedenheitskurve im Laufe des Älterwerdens (8:28 – 11:25) - Beziehungen als Gesundheitsfaktor
Erkenntnisse aus der Harvard-Studie (11:26 – 14:17) - Neuroplastizität
Wie wir unser Gehirn aktiv formen können (14:18 – 18:39) - Einsamkeit und Gesundheit
Warum Verbundenheit so wichtig ist (18:40 – 24:25) - Flow erleben – in jedem Alter (24:26 – 29:08)
- Lernen, Neugier und geistige Fitness (29:10 – 32:16)
- Selbstfürsorge im Alltag
Bewegung, Natur und Ernährung (32:17 – 35:40) - Ernährung und Vitalstoffe für Glück und Wohlbefinden (35:41 – 37:45)
- Gesunde Routinen, gesunde Gewohnheiten
So bleiben sie erhalten (37:46 – 40:43) - Selbstwirksamkeit und Sinn
Was uns wirklich trägt (40:44 – 45:24)

Medicom:
Herzlich willkommen zum Medicom Gesundheitspodcast. Mein Name ist Gina Pellarini. Heute zu Gast: Diane Hielscher. Hallo, schön, dass Sie Zeit für uns haben.
Diane Hielscher:
Hallo, sehr gerne. Ich freue mich, hier zu sein.
Glück haben versus glücklich sein
Medicom:
Sie sind Radiojournalistin, Moderatorin, Buchautorin, Podcasterin und auch Gründerin von LifeXLab.de, einer Plattform für positives Denken, achtsames Altern und mehr Lebensqualität. Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Fragen, die uns alle betreffen: Wie bleiben wir lange fit? Was macht uns glücklich? Und wie können wir das Älterwerden mit mehr Leichtigkeit, Mut und Freude gestalten?
Sie haben darüber ein Buch geschrieben: „Sei glücklich, älter wirst du sowieso.“
Fangen wir mit der Grundfrage an: Was ist denn Glück eigentlich? Ist es das Gegenteil von Pech? Ist es vielleicht Erfolg oder Zufriedenheit – was ist Glück genau?
Diane Hielscher:
Das ist in der deutschen Sprache ein bisschen kompliziert, weil wir zwei Arten von Glück haben. Einmal „Glück haben“ – also wenn man im Lotto gewinnt oder zufällig einen Zehn-Euro-Schein auf der Straße findet. Das ist im Englischen „luck“.
Und dann gibt es das „glücklich sein“ – das Glücksempfinden, „happiness“. Das ist eher wie ein Verb: etwas, das wir jeden Tag praktizieren können. Das ist nicht zufällig da oder nicht da.
Ich vergleiche das gern mit Geige spielen: Man wacht nicht morgens auf und kann einfach Geige spielen. Man entscheidet sich dafür, übt, macht Unterricht, bleibt dran – über Jahre. Man geht durch Tiefen, es ist nicht jeden Tag gleich.
Und genauso ist es mit Glück: Es ist im Grunde eine Fähigkeit. Etwas, das wir praktizieren können, wenn wir es wollen.
Es gibt das „glücklich sein“ – das Glücksempfinden, „happiness“. Das ist eher wie ein Verb: etwas, das wir jeden Tag praktizieren können. Das ist nicht zufällig da oder nicht da.
Tiefen gehören dazu: Krisen, Trauer und ein erfülltes Leben
Medicom:
Dann bleiben wir bei „Happiness“, bei glücklich sein. Würden Sie sich selbst als glücklichen Menschen bezeichnen? Oder hatten Sie auch Ihre Talfahrten?
Diane Hielscher:
Ich hatte viele Talfahrten – so wie jeder Mensch. Aber das schließt Glück nicht aus.
Ich lese gerade wieder viel in der Harvard-Glücksstudie über ein gutes Leben. Und ein wichtiger Punkt ist: Tiefen gehören zum glücklich sein dazu.
Es ist nicht so, dass man sagt: „Jetzt ist jemand gestorben, den ich liebe – also kann ich nicht glücklich sein.“ Zu einem erfüllten Leben gehört es ja dazu, Menschen zu lieben, sie zu vermissen, traurig zu sein, wenn Beziehungen enden oder wenn die Kinder aus dem Haus sind.
Aber diese Tiefen sind Teil eines intensiven Lebens. Und viele Menschen sagen am Ende: „Ich war zufrieden und glücklich – auch wegen dieser Tiefen, weil sie dazugehören.“ Glück ist ein intensiv gelebtes Leben. Und dazu gehört auch Trauer
Medicom:
Wenn Trauer da ist, kann man vermutlich den Weg aus dem Tal zum nächsten Berggipfel auch anders einordnen, oder?
Diane Hielscher:
Ja. Wenn man immer nur „normal happy“ wäre, hätte man gar kein Empfinden mehr für Aufs und Abs.
Das Bild vom Älterwerden: Was uns gesellschaftlich im Weg steht
Medicom:
Warum haben Sie entschieden, über Glück – und vor allem über Glück im Alter – zu schreiben?
Diane Hielscher:
Ich habe vorher ein Buch über Liebe geschrieben, ausgelöst durch eine Trennung. Mir ging es schlecht, und deswegen habe ich mich sehr intensiv mit Neurologie, Psychologie und auch Achtsamkeit beschäftigt: Was passiert im Gehirn? Wie verändert Meditation unser Erleben? Ich habe vieles angewandt und gemerkt: Das funktioniert und es geht mir wirklich gut. Und dann kam der Gedanke: „Ich liebe das Leben. Wie schade, dass es irgendwann vorbei ist.“ Altern beginnt ja nicht plötzlich, es ist ein Prozess. Da kommen die Falten und bei mir mit 46 die Perimenopause.
Medicom:
Sie schreiben gleich in der Einleitung: Älterwerden wird oft mit negativen Aspekten verbunden. Was kritisieren Sie denn am gesellschaftlichen Diskurs?
Diane Hielscher:
Zum Beispiel: Dass ich Falten automatisch als negativ sehe, ist Ergebnis einer Gesellschaft, die sagt: „Falten sind schlecht.“ In anderen Kulturen ist es eine Auszeichnung: Du hast intensiv gelebt, du bist in einer Phase von Erfahrung und Weisheit.
In der westlichen Welt – USA, Europa, auch geprägt durch Hollywood und Social Media – wird Altern oft als etwas dargestellt, das man bekämpfen müsse. Gerade Frauen sollen sich „glatt bügeln“, als wäre Altern etwas, wofür man sich schämen muss.
Mir geht es darum, wieder mehr in die Freude zu kommen und zu fragen: Wer bin ich während ich altere? Wie kann ich glücklich und fit sein? Und wie kann ich mit meinem Körper so arbeiten, dass es mir gut geht? Ich habe auf dieser Reise entdeckt, wie viele Möglichkeiten wir haben – und ich liebe es, Möglichkeiten zu haben.
U-Kurve der Zufriedenheit
Medicom:
Es gibt diese U-Kurve der Zufriedenheit: zwischen 40 und 50 ist die Stimmung im Tal, später geht es wieder bergauf. Stimmt das?
Diane Hielscher:
Das ist ein Modell aus der Glücksforschung. Genannt werden unter anderem Andrew Oswald (University of Warwick) und David Blanchflower (Dartmouth). Man hat Menschen befragt und gesehen: In der „Rushhour des Lebens“ ist das Glücksempfinden oft am niedrigsten – wegen Verantwortung: Job, Kinder, Haus, Pflege der Eltern.
Das Interessante daran: Verschiedene Forschende haben ähnliche Kurven gefunden. Es gibt aber auch Studien, die dem Modell widersprechen. Für mich persönlich passt das Modell nicht – meine Kurve ist anders.
Beziehungen als Gesundheitsfaktor: Erkenntnisse aus der Harvard-Studie
Medicom:
Es gibt die Aussage: Wer mit 50 ein gutes soziales Umfeld hatte und glücklich in seinen Beziehungen war, ist mit 80 gesünder als jemand, der unglücklich war. Was steckt dahinter?
Diane Hielscher:
Das kommt aus der Harvard-Studie, die seit 1938 läuft. Man hat da Menschen über Jahrzehnte immer wieder befragt zu: Beziehungen, Gesundheit, Lebensstil, Glücksempfinden. Später kamen auch Partnerinnen dazu – sehr spät, aber immerhin. Und das zentrale Ergebnis ist: Die Menschen, die mit 50 die stabilsten, nährendsten Beziehungen haben – nicht nur romantische, sondern auch zu Freunden, Nachbarn, Kindern – sind mit 80 häufiger noch am Leben, körperlich fitter und haben seltener Demenz oder Alzheimer.
Das ist der Kern dieser Studie. Viele junge Menschen wünsche sich Geld, Erfolg, Status. Aber am Ende geht es immer um zwischenmenschliche Beziehungen – die halten uns am gesündesten.
Aber am Ende geht es immer um zwischenmenschliche Beziehungen – die halten uns am gesündesten.
Neuroplastizität: Wie wir unser Gehirn aktiv formen können
Medicom:
Sie schreiben, man kann Glück trainieren. Wie richte ich Gedanken neu aus? Sie sprechen oft von Neuroplastizität – was bedeutet das?
Diane Hielscher:
Wir formen unser Gehirn durch das, was wir täglich lesen, hören, sagen, welche Gespräche wir führen und welche Medien wir hineinlassen. Wenn ich dauernd Katastrophenmeldungen konsumiere, forme ich mein Gehirn auf Katastrophen.
Wir haben einen Negativitätsbias: Negative Dinge fallen uns stärker auf.
Medicom:
Warum ist das so?
Diane Hielscher:
Das ist evolutionär bedingt. Unsere Vorfahren mussten Gefahren erkennen – Säbelzahntiger und Co. Wer das Negative zuerst sah, überlebte. Heute können wir dieses Wissen nutzen: Ja, es gibt Mord und Krieg in den Nachrichten – aber um mich herum gibt es auch Menschen, die einander helfen. Wenn ich mich engagiere, treffe ich wunderbare Menschen, die Gutes tun. Das bildet sich medial nur selten ab.
Neuroplastizität heißt: Das Gehirn bleibt formbar. Synapsen entstehen ständig neu. Ich kann „Autobahnen“ für Hoffnung, Ideen und Möglichkeiten bauen – oder für Angst und Misstrauen.
Ich benutze gern das Bild der Taschenlampe im dunklen Wald: Ich entscheide, wohin ich leuchte. Den Ausschnitt sehe ich – aber die Taschenlampe halte ich selbst.
Neuroplastizität heißt: Das Gehirn bleibt formbar. Synapsen entstehen ständig neu. Ich kann „Autobahnen“ für Hoffnung, Ideen und Möglichkeiten bauen – oder für Angst und Misstrauen.
Einsamkeit und Gesundheit: Warum Verbundenheit so wichtig ist
Medicom:
Kommen wir zum Thema Einsamkeit: In Deutschland fühlen sich viele einsam – ich habe mir 26 Prozent notiert. Was hat Einsamkeit mit Gesundheit zu tun?
Diane Hielscher:
Einsamkeit ist ein subjektives Gefühl – und immer mehr Menschen geben das an, auch junge Menschen. Früher dachte man, das sei vor allem ein Thema im Alter.
Die Forschung sagt: Einsamkeit ist ungefähr so ungesund wie 15 Zigaretten am Tag.
Medicom:
Wow.
Diane Hielscher:
Weil der Körper in Alarmbereitschaft ist: Wenn ich mich einsam fühle, wirkt das wie permanenter Stress.
Und wichtig: Man kann einsam sein, obwohl man in einer Beziehung ist, obwohl man Familie hat, obwohl man viele Menschen um sich hat. Einsamkeit hat viel damit zu tun, ob man sich verbunden fühlt.
Medicom:
Da ist auch Scham im Spiel. Man schämt sich, einsam zu sein.
Diane Hielscher:
Genau. Ein erster Schritt ist: es benennen. „Name it to tame it.“ Wenn ich mir eingestehe: „Ich fühle mich einsam“, habe ich Handlungsmöglichkeiten.
Dann geht es darum, sich selbst kennenzulernen: Bedürfnisse spüren, zuhören, vielleicht Tagebuch schreiben, Stille, Meditation. Es gibt auch Angebote wie Einsamkeitstelefone, wo Menschen miteinander sprechen oder sich vorlesen.
Und manchmal ist die Wurzel auch, dass wir uns selbst nicht zuhören. Viele denken: „Niemand hört mir zu“ – aber vielleicht hören wir uns selbst nicht zu. Wenn ich wieder Verbindung zu mir selbst habe, kann echte Nähe zu anderen entstehen. Mir geht es dabei nicht um Schuld – ich mag dieses Wort nicht. Aber manchmal sind wir Teil der Ursache unserer Gefühle.
Viele denken: „Niemand hört mir zu“ – aber vielleicht hören wir uns selbst nicht zu.
Flow erleben – in jedem Alter
Medicom:
Sie schreiben, wie wichtig es ist, aktiv zu bleiben, kreativ zu sein und im Flow zu sein. Warum ist das so wichtig?
Diane Hielscher:
Weil wir Menschen ständig in Vergangenheit oder Zukunft leben können – und am glücklichsten sind wir im Hier und Jetzt. Flow ist ein Zustand, in dem wir ganz im Jetzt sind, weil wir in einer Tätigkeit aufgehen.
Menschen versuchen „Jetzt“ oft künstlich zu erzeugen – mit Extremen oder Ablenkung. Flow ist die gesunde Variante: ein Zustand, in dem Sorgen keinen Platz haben.
Der Forscher, der Flow bekannt gemacht hat, war der ungarisch-amerikanische Psychologe Mihály Csíkszentmihályi. Er hat viele Interviews geführt – mit Künstlern, Sportlern, Wissenschaftlern – und gezeigt, wie heilsam dieser Zustand ist.
Medicom:
Und wenn ich älter bin und nicht mehr so fit – wie finde ich da meinen Flow-Moment?
Diane Hielscher:
Da gibt es eine schöne Geschichte aus einem Buch von Mihály Csíkszentmihályi. Sein Bruder war Hobbygeologe. Er hat sich im Alter morgens an den Schreibtisch gesetzt, Steine und Mineralien bestimmt – und plötzlich wurde es dunkel. Er dachte, eine Wolke sei vor der Sonne. Aber es war Abend. Er war den ganzen Tag im Flow.
Das zeigt: Flow hat nichts mit Alter zu tun. Es geht darum, etwas zu finden, das einen wirklich interessiert.
Medicom:
Also, ich muss mein Thema finden für das ich mich begeistgere – egal, wie alt ich bin.
Diane Hielscher:
Exakt.
Am glücklichsten sind wir im Hier und Jetzt. Flow ist ein Zustand, in dem wir ganz im Jetzt sind, weil wir in einer Tätigkeit aufgehen.
Lernen, Neugier und geistige Fitness
Medicom:
Neugier und Lernen – warum ist das so wichtig?
Diane Hielscher:
Weil es das Fitnessstudio fürs Gehirn ist. Körperlich ist Krafttraining super – gerade im Alter. Aber geistig ist Lernen das Training.
Es gibt Studien mit Gruppen: eine konsumiert passiv (Fernsehen/Radio), eine macht moderat neue Dinge (Rätsel/Spiele), und eine lernt komplexe neue Fähigkeiten (z. B. Digitalfotografie oder eine neue Sprache).
Die, die Komplexes gelernt haben, fühlten sich glücklicher, hatten mehr Energie und zeigten mehr positive Veränderungen im Gehirn. Und das schützt auch gegen Demenz. Wenn wir dagegen die gesellschaftlichen Glaubenssätze übernehmen: „Dafür bin ich zu alt“, dann lernen wir weniger – und bauen uns selbst ab. Aber: Es ist nie zu spät.
Neugier und Lernen ist das Fitnessstudio fürs Gehirn.
Selbstfürsorge im Alltag: Bewegung, Natur und Ernährung
Medicom:
Was bedeutet Selbstfürsorge für Menschen, die immer für andere da waren? Wie sagt man: „Jetzt bin ich auch mal dran“? Sie nennen Bewegung, Natur, Ernährung.
Diane Hielscher:
Erster Schritt: wieder mit sich selbst in Kontakt kommen. Wenn man lange nur für andere da war, kennt man deren Bedürfnisse perfekt – aber die eigenen oft nicht mehr.
Das geht gut über Stille: 10 Minuten morgens, einfach sitzen, ohne dass etwas „passieren“ muss. Wir haben verlernt, in die Stille zu gehen. Aber dort wird klarer, was wir brauchen. Und dann kann man schauen: Was tut mir gut? Bei Ernährung zum Beispiel: Ich habe gelernt, dass mir ein proteinreiches Frühstück hilft, den Blutzucker stabil zu halten.
Wenn ich unterwegs nur Toast oder Süßes esse, habe ich schnell wieder Hunger, werde zittrig. Wenn ich mir Joghurt mit Nüssen, Samen und Obst mache, bin ich lange satt und habe stabile Energie.
Wichtig ist: aus Freude – nicht aus Zwang. Niemand „muss“ irgendwas. Aber wenn man merkt, dass es einem besser geht, ist das ein schöner Antrieb.
In der Stille treten wir in Kontakt mit uns selbst.
Ernährung und Vitalstoffe für Glück und Wohlbefinden
Medicom:
Was hat Ernährung mit Glück zu tun?
Diane Hielscher:
Ganz simpel: Energie. Wenn ich besser versorgt bin, habe ich mehr Kraft, mich mit diesen Themen zu beschäftigen, in die Kreativität zu kommen, in den Flow.
Mängel können eine Abwärtsspirale auslösen: müde, weniger Bewegung, weniger Energie, schlechtere Stimmung.
Medicom:
Sie sprechen im Buch auch über Vitalstoffe. Welche?
Diane Hielscher:
Man muss Werte testen lassen. Bei mir waren es Vitamin D und Eisen, außerdem nehme ich Kreatin, und ich lasse B-Vitamine prüfen.
Wenn man ständig müde, energielos oder schlecht gelaunt ist, kann es Sinn machen, das medizinisch abzuklären.
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Gesunde Routinen, gesunde Gewohnheiten
Medicom:
Und wie werden gesunde Gewohnheiten zur Routine?
Diane Hielscher:
Gewohnheiten sitzen im Gehirn anders als Wissen. Es gibt Fälle, in denen Menschen nach einem Trauma Dinge „nicht mehr wissen“, aber Gewohnheiten noch funktionieren.
Neue Gewohnheiten entstehen durch Regelmäßigkeit. Man sagt oft zwei bis drei Monate, aber entscheidend ist die tatsächliche Häufigkeit.
Wenn ich etwas täglich mache, setzt es sich schneller fest, als wenn ich es nur einmal pro Woche mache. Es ist wie Zähneputzen: keine Motivation nötig – es ist einfach eine Gewohnheit.
Medicom:
Also: einfach machen, nicht auf den inneren Schweinehund hören.
Diane Hielscher:
Genau.
Selbstwirksamkeit und Sinn: Was uns wirklich trägt
Medicom:
Wenn Sie zurückblicken: Was würden Sie Ihrem jugendlichen Ich sagen? Und nach vorn: Wie möchten Sie altern?
Diane Hielscher:
Meinem jugendlichen Ich würde ich sagen: „Mach weiter so. Probier Dinge aus.“ Ich bereue nichts.
Was Menschen am Ende des Lebens oft bereuen, ist, dass sie Dinge nicht gemacht haben – dass sie sich nicht getraut haben. Und ehrlich: Es ist wirklich egal, was andere sagen. Mach, was du machen willst.
Ich visualisiere gern: Ich male mir innerlich aus, wie ich altern möchte. Das ist wie eine innere Navigation – wie Google Maps: Ich gebe ein, wo ich hin will.
Und ich möchte fit altern: stark sein, beweglich bleiben. Deshalb mache ich Krafttraining und Yoga. Ich sehe viele Beispiele von sehr fitten Frauen mit 60, 70, 80 – das motiviert mich.
Es gab früher dieses Bild: im Alter bleibt man zu Hause. Aber heute sehen wir Hundertjährige, die noch rausgehen, sich bewegen, Menschen treffen. Das möchte ich auch.
Medicom:
Gibt es ein Motto oder einen Gedanken, der Ihnen besonders wichtig ist?
Diane Hielscher:
Selbstwirksamkeit. Ich liebe dieses Wort. Und Sinn. Wenn wir etwas tun, das wir als sinnvoll erleben, hilft uns das, glücklich zu altern.
Ich empfehle dazu ein Buch von Dr. Tobias Esch: „Wozu stehen Sie morgens auf?“ Er zeigt, wie Menschen durch Sinn wieder Kraft und Lebensenergie finden – auch wenn sie krank oder sehr alt sind. Etwas Sinnvolles zu tun bis zum Ende unserer Tage: etwas Schöneres gibt es kaum.
Medicom:
Das ist ein toller Schlusssatz. Und ich denke auch an Flow: Wenn etwas Sinn ergibt und ich darin aufgehe, bin ich wieder ganz im Moment.
Diane Hielscher:
Ja.
Medicom:
Vielen Dank für dieses spannende Gespräch. Gibt es schon ein neues Projekt?
Diane Hielscher:
Man darf noch nicht darüber reden – aber es gibt eine neue Idee. Über ein schönes, glückliches, vitales Leben kann man gar nicht oft genug sprechen.
Medicom:
Dann bleibe ich neugierig – das ist ja auch gesund. Vielen Dank!
Diane Hielscher:
Danke Ihnen für die Zeit.
• 📘 Buchtipp: „Sei glücklich, älter wirst du sowieso“ (2025) von Diane Hielscher
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